Freiwillige Helfer sind das Lebenselixier von La Maison

Freiwillige Helfer sind das Lebenselixier von La Maison

schrieb am 19.06.2026

Die stille Kraft jener, die unbeschränkt geben

La Maison nimmt fast jedes Jahr 180 schwerkranke Kinder auf, die hauptsächlich aus Afrika kommen, um lebenswichtige Behandlungen zu bekommen, welche in ihren Heimatländern nicht verfügbar sind. Diese Aufgabe könnte ohne den Antrieb und der Treue der zahlreichen Freiwilligen, die uns zur Seite stehen, nicht existieren. Einige begleiten die Kinder im Alltag. Andere organisieren Solidaritätsveranstaltungen und damit helfen Sie, diese Arbeit langfristig aufrechtzuhalten.

Im Wallis, aber auch in anderen Regionen der Schweiz, wie in Schwyz oder in Langis/OW, engagieren sich Gruppen mit grosser Überzeugung für La Maison: Die Belohnung übertrifft oft weit aus, was ursprünglich erwartet wurde. Freiwilliges Helfen verändert nicht nur Schicksale, sondern auch Frauen und Männer, die entschieden hatten sich einzusetzen.

Von Valérie Pellissier

Eine Begegnung, die alles ändert

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt in Massongex oft durch ein zufälliges Gespräch oder durch kleine Details. Amanda Cotter, entdeckte La Maison durch einen Flyer, gefunden in einer Flur, als sie noch Studentin der Kinderrechtswissenschaft war. Eine zufällige Einladung welche veranlasste, dass sie anschliessend das Praktikum als Erzieherin in La Maison anfing. Damals hatte sie keine Vorstellung, wie sehr dieses Erlebnis sie berühren würde.

Sehr schnell entsteht eine tiefe Verbindung zu den jungen Pensionären, die fern von ihrer Heimat aufgenommen wurden, um spezialisierte medizinische Versorgung zu erhalten. Von Tag zu Tag verbessert sich ihr Kenntniss dieser einzigartigen Welt. Amanda teilt den Alltag mit den kranken Kindern, die weit weg von der Familie leben und wird nach und nach eine wichtige und beruhigende Bezugsperson. Was sie beeindruckt, ist die Anpassungsfähigkeit und die stille Kraft voranzukommen, Prüfungen die nur wenige Erwachsene ertragen könnten. Sie lernt, voll für sie da zu sein, ohne immer eine Lösung zu finden.

Aus dieser Erfahrung bleibt ihr vor allem der menschliche Aspekt in Erinnerung: „Die Begegnungen, die Verbindungen die entstehen … und dieses starke Gefühl, gemeinsam für eine herzanliegende Sache zu arbeiten“, erzählt sie überzeugt. Im Laufe der Jahre engagierte sie sich auch auf institutioneller Ebene als Mitglied des Stiftungsrates. Heute setzt sie ihr Engagement auf andere Weise fort, nämlich im Vorstand der Freiwilligen des Kanton Wallis. Fünfzehn Jahre später ist sie immer noch dabei, geprägt von den Gesichtern und Geschichten, die sie tief bewegt haben. Seit sie Mutter geworden ist, verstärkte sich dieses Gefühl, als ob die Zeit dem bereits zurückgelegten Weges eine neue Resonanz verliehe.

An der Wallisermesse, auf dem Stand von La Maison, Amanda teilt ihr Engagement mit Ihrer Familie.
An der Wallisermesse, auf dem Stand von La Maison, Amanda teilt ihr Engagement mit Ihrer Familie.

Eine Präsenz, die den Unterschied macht

An der Seite von Amanda engagiert sich Georges-Alain Claret mit Überzeugung beim Organisieren von Lottoabenden, Durchführung von Veranstaltungen oder auch beim Betreiben von Ständen, zugunsten von La Maison. Manchmal sind es unscheinbare, aber unverzichtbare Aufgaben, die beitragen, die Mission bekannt zu machen. „Freiwillige Arbeit bedeutet vor allem, ein Glied in einer schönen solidarischen Kette zu sein, die konkret Leben rettet“, sagt er begeistert. „Mein erster Besuch bei La Maison ist mir unvergesslich geblieben. Hinter den Lächeln verbirgt sich auch die Realität der Krankheit. Alles bekommt eine andere Dimension, und man versteht voll und ganz den Sinn dieses Engagement“, fügt er hinzu.

Georges-Alain neben Exauce in der Einfachheit eines spielerischen Augenblickes.
Georges-Alain neben Exauce in der Einfachheit eines spielerischen Augenblickes.

„Mein erster Besuch in La Maison ist mir unvergesslich geblieben. Hinter den Lächeln verbirgt sich auch die Realität der Krankheit. Alles bekommt eine andere Dimension, und man versteht voll und ganz den Sinn dieses Engagement.“

Georges-Alain Claret, Mitglied des Vorstandes der Freiwilligen Wallis

Im Laufe der Jahre denselben Schwung

Für Elisabeth Lehmann begann fast alles zufällig auf der Walliser Messe. Frisch im Ruhestand, blieb sie am Stand von La Maison stehen, der von Freiwilligen betreut wurde, ohne wirklich zu wissen was sie angezogen hat. Da wurde ihr klar: Es war der richtige Moment. Fünfzehn Jahre sind vergangen, und mit derselben Treue koordiniert sie bei Veranstaltungen bis zu fünfzig Freiwillige. Eine Verantwortung, die sie mit einer unermüdlichen Energie wahrnimmt, begleitet von Beziehungen, die sich im Laufe der Zeit aufbauten. Was ihr vor allem in Erinnerung bleibt, sind die Gesichter: natürlich die der Kinder, aber auch der Freiwilligen und des Teams von La Maison, mit denen sie eine echte Verbundenheit teilt.

Im Laufe ihrer Tätigkeit entdeckte sie auch die Arbeit der Begleitung – eine Aufgabe, bei der sie Kinder zwischen dem Herkunftsland, Flughafen und den Schweizer Krankenhäusern begleitete. Eine Erfahrung, die sie nachhaltig prägte. „Die Kinder klammerten sich mit sofortigem Vertrauen an mich, auf der Suche nach einem Anker, in einer Welt, die ihnen noch so fremd war“, erzählte sie. Jede Fahrt wird so zu einem markanten Moment von Menschlichkeit, geprägt von Lachen, Entdeckungen, aber manchmal auch von schmerzhaften Abschieden. Heute noch setzt Elisabeth ihr Engagement mit derselben Überzeugung fort: Jede Geste, so unscheinbar sie auch sein mag, hat ihren Platz und trägt zum Wesentlichen bei.

Gemeinsam Sinn gestalten

Für Carlo Carletti, Präsident der Gruppe der Freiwilligen von Schwyz, zugunsten von La Maison, begann alles mit einer persönlichen Erfahrung: Ein naher Teil seiner Familie, war mit der Krankheit konfrontiert. Das eigene Kind bis in den Operationssaal zu begleiten, hinterlässt unauslöschbare Spuren. Sehr schnell wird das Helfen zu einer Notwendigkeit um voranzukommen, aber auch, um auf seine Weise Danke zu sagen. Mit seinem Team organisiert er Veranstaltungen, die Menschen zusammen bringen: ein sponsoriertes Langlaufrennen, ein Weihnachtsmarkt, ein Solidaritäts-Trail. Doch ausser der Organisation, berühren ihn vor allem jene Momente, in denen jeder Einzelne sein Bestes gibt für eine Sache, die ihm überaus wichtig ist.  Er erinnert sich an die jungen Menschen mit den Langlaufski, die eine Runde nach der anderen drehten, getragen von einer spürbaren kollektiven Energie und am Ende diese einfache und spontane Frage: „Machen wir das noch mal?“

In diesem gemeinsamen Engagement findet er den Sinn seines Einsatzes: „Sich nützlich zu fühlen und am richtigen Platz zu sein, um etwas beizutragen, ist grösser als sich selbst “, erklärt er.

„Sich nützlich zu fühlen und am richtigen Platz zu sein um etwas beizutragen, ist grösser ist als sich selbst.“

Carlo Carletti, Präsident der Gruppe der Freiwilligen, Schwyz

Die Kraft der Gemeinschaft

In Langis lebt die Verpflichtung mit derselben Intensität. Mariella Peter beteiligt sich, gemeinsam mit einem eingespielten Team, an der Vorbereitung des Langlaufrennen für kranke Kinder, dessen Gewinn ausschliesslich zugunsten von La Maison geht. In einer ausgereiften Dynamik finden hier alle ganz selbstverständlich ihren Platz, wo jedes Detail zählt. Diese wiederholten und oft unsichtbare Handlungen, verleihen dem Ganzen seine Kohärenz und Stärke.

Ganz besonders erinnert sie sich an jene Momente, wo sich Teilnehmer die Zeit nahmen, den Freiwilligen zu danken – manchmal mit einer ganz persönlichen Aufrichtigkeit. Ein unerwartetes Zeichen der Anerkennung erinnert, dass die Begeisterung in beide Richtungen fliesst. „Man hat das Gefühl, sich in einer gemeinsamen Bewegung zu befinden, in der kleine Taten zusammen vollbracht werden und eine neue Dimension erhalten“, sagt sie lächelnd. Im Laufe der Jahre hat sich dieses Rennen zu einem festgelegten Termin der Region entwickelt.

Geben und nehmen, ohne jegliche Erwartung

Die Freiwilligen sprechen von Begegnungen, von Nützlichkeit, von Sinn. Doch hinter diesen Worten verbirgt sich eine noch intimere Realität, welche intensiver gelebt wird, als man mit Worten beschreiben kann.

Bei La Maison steht die ehrenamtliche Tätigkeit im Zeichen der Diskretion und Beständigkeit. Durch all diese einfachen und wiederholten Aufmerksamkeiten werden Leben geändert. Jede Anwesenheit und jeder Blick nimmt bei jedem Kind etwas Gestalt an. Eine oft unsichtbare aber grundlegende Verbindung.

Georges-Alain, Elisabeth und Amanda, umgeben von einigen jungen Pensionären, in den Gärten von La Maison.
Georges-Alain, Elisabeth und Amanda, umgeben von einigen jungen Pensionären, in den Gärten von La Maison.

All diese freiwillige Helfer haben ein grosses Herz und schenken grosszügig ihre Zeit. Meistens verlassen sie die Institution bereichert mit viel mehr als sie ursprünglich vorschlagten.

Wie wäre es, wenn auch Sie sich dieser engagierten Gemeinschaft anschliessen würden? Bei La Maison zählt jede Anwesenheit.

Den Staffelstab weitergeben

Im Laufe der Zeit gehen manche Wege zu Ende, und machen Platz für neue Kräfte. So ist das Leben einer Gemeinschaft, getragen von denjenigen die sich dort engagieren, jede und jeder auf seine eigene Art und Weise.

Frédéric Nouchi und Isabelle Savarelli haben kürzlich den Vorstand der Freiwilligen, Wallis verlassen. Durch ihre treue Anwesenheit, ihr unermüdliches Engagement und den Gemeinschaftssinn, haben sie Tag für Tag dazu beigetragen, die Kette der Solidarität zu erhalten.

Ein herzliches Dankeschön, für die geopferte Zeit, den Schwung den sie verliehen haben und für die, oft im Stillen gezeigte Grosszügigkeit. Ihr Wirken hinterlässt bleibende Spuren im La Maison und auf dem Lebensweg vieler Kinder.