{"id":13403,"date":"2026-04-08T17:00:03","date_gmt":"2026-04-08T15:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/article\/long-sejour\/"},"modified":"2026-04-14T13:45:45","modified_gmt":"2026-04-14T11:45:45","slug":"langer-aufenthalt","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/de\/article\/langer-aufenthalt\/","title":{"rendered":"Langer Aufenthalt, grosse Fortschritte: Der Alltag von Oluyomi und Eni-Ola"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Seit Februar 2025 sind viele Monate im Leben von Eni-Ola vergangen. Lange Monate fern von ihrer Heimat Benin, um die grundlegendste F\u00e4higkeit neu zu erlernen: das Essen. In<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/de\/la-maison\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/a-propos\/\">La Maison<\/a> <strong>ist sie auf diesem Weg nicht allein. Die dreij\u00e4hrige Oluyomi durchlebt dieselbe Tortur. Aufgrund von Erkrankungen der Speiser\u00f6hre werden die beiden kleinen M\u00e4dchen f\u00fcr einen Langzeitaufenthalt aufgenommen. Ihre Geschichte zeichnet das Bild einer Betreuung, die medizinische Professionalit\u00e4t und menschliches Engagement vereint. Begegnung mit drei Mitgliedern des Teams, die Tag und Nacht \u00fcber sie wachen<\/strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Sanja Blazevic<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-ein-beruhigender-ruckzugsort\">Ein beruhigender R\u00fcckzugsort<\/h2>\n\n\n\n<p>Im sanften Halbdunkel des Kinderzimmers wiegt Oluyomi, halb wach, ihr Kuscheltier. Es ist 21:30 Uhr, ein ganz normaler Abend im Pavillon, einem der Wohngeb\u00e4ude von La Maison. Das dreij\u00e4hrige M\u00e4dchen, das in seinem Bett liegt, wird \u00fcber eine Magensonde ern\u00e4hrt. Sie wurde mit einer \u00d6sophagus Atresie geboren, einer angeborenen Fehlbildung, bei der die Verbindung zwischen Mund und Magen unterbrochen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aur\u00e9lie Vouillamoz, Nachtw\u00e4chterin bei La Maison, k\u00fcmmert sich liebevoll um sie. \u201eDie n\u00e4chtliche Ern\u00e4hrung st\u00f6rt die Erholung der Kinder nicht, die zu dieser Zeit meist schon schlafen. Oluyomi schenkt uns meist nur ein L\u00e4cheln und versinkt dann wieder in ihren Tr\u00e4umen\u201c, erkl\u00e4rt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Nachbarzimmer atmet die siebenj\u00e4hrige Eni-Ola tief durch, das Foto ihrer Eltern unter ihrem Kopfkissen. Sie muss nicht mehr \u00fcber eine Sonde ern\u00e4hrt werden, seit sie trotz ihrer \u00d6sophagus Stenose wieder essen gelernt hat. Seit ihrer Ankunft in La Maison im Februar 2025 hat sie ein ganzes Jahr der Pflege hinter sich. An manchen Abenden bringt sie, zusammen mit ihrer Freundin Soumaya, mit ihrem kindlichen Lachen, Freude an diesen besonderen Ort.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_oluyomi-avec-aurelie-768x1024.jpg\" alt=\"Aur\u00e9lie, eine der Nachtbetreuerinnen von La Maison, \u00fcberwacht Oluyomis n\u00e4chtliche Nahrungsaufnahme.\" class=\"wp-image-13390\" style=\"width:530px\" srcset=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_oluyomi-avec-aurelie-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_oluyomi-avec-aurelie-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_oluyomi-avec-aurelie-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_oluyomi-avec-aurelie-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><em>Aur\u00e9lie, eine der Nachtbetreuerinnen von La Maison, \u00fcberwacht Oluyomis n\u00e4chtliche Nahrungsaufnahme<\/em><\/em>.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-eine-lange-zeit-der-genesung\">Eine lange Zeit der Genesung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die meisten Kinder bleiben durchschnittlich drei Monate lang in \u201eLa Maison\u201c. Diejenigen, die eine l\u00e4ngere Betreuung ben\u00f6tigen, insbesondere bei Verengungen oder Verschl\u00fcssen der Speiser\u00f6hre, bleiben mehrere Monate, manchmal sogar \u00fcber ein Jahr. Gerade f\u00fcr diese Kinder entwickelt sich eine feste Routine, die aus kleinen t\u00e4glichen Anhaltspunkten und einer wachsenden N\u00e4he zum Pflege- und Betreuungspersonal besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Oluyomi und Eni-Ola verl\u00e4uft die Genesung trotz unterschiedlicher Erkrankungen \u00e4hnlich. Beide unterziehen sich einer oder mehrere chirurgische Eingriffe zur Wiederherstellung ihrer Speiser\u00f6hre. Danach beginnt ein langer Rehabilitationsprozess, in dessen Verlauf sie das Essen lernen oder wiedererlernen \u2013 eine so selbstverst\u00e4ndliche Handlung, welche die meisten Kinder m\u00fchelos beherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr die langfristige Betreuung ist es wichtig, einen koh\u00e4renten und best\u00e4ndigen Ansatz \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu verfolgen und zus\u00e4tzliche Stabilit\u00e4t zu bieten, damit das Kind wieder auf die Beine kommt. Eine neue Herausforderung ergibt sich, da wir p\u00e4dagogische Ziele festlegen m\u00fcssen, an denen \u00fcber mehrere Monate hinweg gearbeitet werden kann\u201c, erkl\u00e4rt Elo\u00efse Borgeaud, Erzieherin bei La Maison, die parallel dazu einen <a href=\"https:\/\/www.unige.ch\/bachelor-master\/en\/masters\/children-s-rights\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.unige.ch\/bachelor-master\/masters\/droits-de-l-enfant\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">interdisziplin\u00e4ren Masterstudiengang im Bereich Kinderrechte<\/a> absolviert.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Stabilit\u00e4t wird umso wichtiger, als diese Kinder eine emotional komplexe Situation durchleben. Die Trennung von ihrer Familie, die wiederholten chirurgischen Eingriffe, die zwar notwendig, aber k\u00f6rperlich belastend sind: All dies erfordert eine besonders aufmerksame Betreuung. \u201eUnsere Aufgabe ist es, sie in diesem Prozess bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen\u201c, erkl\u00e4rt Elo\u00efse.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e9cy Robert, eine der Krankenschwestern von La Maison, f\u00fcgt hinzu: \u201eOluyomi und Eni-Ola haben sich beide erheblich weiterentwickelt. Das ist f\u00fcr uns eine grosse Freude, aber vor allem f\u00fcr sie, die stolz darauf sind, uns ihre Fortschritte und ihre Gewichtszunahme zu zeigen \u2013 eines der Anzeichen f\u00fcr ihre gute Genesung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-eine-beziehung-die-wachst\">Eine Beziehung, die w\u00e4chst<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem ganz besonderen Kontext nimmt die Beziehung, die sich zwischen den Kindern und dem Personal von La Maison entwickelt, eine seltene Dimension an. \u201eEs ist eine einzigartige Verbindung, die man sonst nirgendwo im Krankenhausumfeld findet, wo Kinder in der Regel von ihren Eltern begleitet werden\u201c, bemerkt St\u00e9cy. \u201eDas Kind wird zu unserem bevorzugten Ansprechpartner, ihm stellen wir alle Fragen, es steht im Mittelpunkt von allem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Kindern, die l\u00e4nger bleiben, entwickelt sich eine ganz besondere Verbundenheit. \u201eWir werden zu ihrer zweiten Familie, zu ihrem Anker in einem Land, das sie nicht kennen\u201c, sagt St\u00e9cy. \u201eDie Beziehung vertieft sich mit der Zeit\u201c, best\u00e4tigt Aur\u00e9lie.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese N\u00e4he zeigt sich in den Gesten des Alltags, die von Zuneigung gepr\u00e4gt sind. Jeden Morgen kommt Oluyomi vorbei, um dem Pflegeteam Hallo zu sagen. Trotz anf\u00e4nglicher Widerst\u00e4nde bei der postoperativen Versorgung hat sich ganz nat\u00fcrlich ein Vertrauensverh\u00e4ltnis entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e9cy f\u00e4hrt fort: \u201eSie hat wiederholt Operationen \u00fcber sich ergehen lassen m\u00fcssen, beh\u00e4lt aber immer ihr L\u00e4cheln. Sie ist ein wahrer Sonnenschein. Sie zeigt auch Willenskraft und ist f\u00fcr ihr Alter sehr widerstandsf\u00e4hig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eni-Ola wiederum bringt eine besondere Energie in den Pavillon, der f\u00fcr einige Monate zu ihrem Zuhause geworden ist. \u201eSie ist ein sehr fr\u00f6hliches Kind mit einer ansteckenden Lebensfreude. Ihr schallendes Lachen bringt Farbe in unseren Alltag \u201c, berichtet Elo\u00efse bewegt. \u201eUnd sie liebt es, Streiche zu spielen. Morgens stehen sie mit ihren Zimmerfreundinnen fr\u00fcher auf, um sich vor meiner Ankunft zu verstecken. Dieses kleine Ritual hebt die Stimmung der anderen Kinder und bietet eine Auszeit von der Krankheit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eni-Ola ihrerseits bringt eine besondere Energie in den Pavillon, der f\u00fcr einige Monate zu ihrem Zuhause geworden ist. \u201eSie ist ein sehr fr\u00f6hliches Kind mit einer ansteckenden Lebensfreude. Ihr schallendes Lachen bringt Farbe in unseren Alltag\u201c, berichtet Elo\u00efse bewegt. \u201eUnd sie liebt es, Streiche zu spielen. Morgens stehen sie mit ihren Zimmerfreundinnen fr\u00fcher auf, um sich vor meiner Ankunft zu verstecken. Dieses kleine Ritual hebt die Stimmung der anderen Kinder und bietet eine Auszeit von der Krankheit.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-avec-eloise-768x1024.jpg\" alt=\"An der Seite von Elo\u00efse, einer Erzieherin, geniessen Eni-Ola und Oluyomi die Wintersonne beim Spielen.\" class=\"wp-image-13395\" style=\"width:530px\" srcset=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-avec-eloise-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-avec-eloise-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-avec-eloise-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-avec-eloise-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><em>An der Seite von Elo\u00efse, einer Erzieherin, geniessen Eni-Ola und Oluyomi die Wintersonne beim Spielen<\/em><\/em>.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong>\u201eEs geht darum, das Kind zu unterst\u00fctzen, ohne die anderen wichtigen Bezugspersonen in seinem Leben zu ersetzen.\u201c<\/strong><br><br><em>Elo\u00efse Borgeaud, Erzieherin<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-die-pflege-des-herzens\">Die Pflege des \u201eHerzens\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00dcber die medizinischen Handgriffe und Protokolle hinaus pr\u00e4gt ein zutiefst menschlicher Aspekt die Arbeit in La Maison. \u201eWenn wir abends unseren Dienst antreten rennen die Kinder, die noch wach sind, uns entgegen, um uns zu umarmen. Diese besonderen Momente sind f\u00fcr mich das Sch\u00f6nste\u201c, erz\u00e4hlt Aur\u00e9lie.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts wird die N\u00e4he noch intensiver. \u201eAls Nachtbetreuerin sind manche Abende sehr anstrengend. Wir sind allein, jede in ihrem Geb\u00e4ude, in La Maison oder im Pavillon, und k\u00fcmmern uns um etwa zwanzig Kinder. Wenn sie aufwachen, dann meist wegen eines Albtraums, wegen Schmerzen, weil sie Angst haben oder sich nicht wohlf\u00fchlen\u201c, erz\u00e4hlt Aur\u00e9lie. \u201eWir k\u00f6nnen ihnen ein Schlaflied vorspielen, ihnen einen Kakao zubereiten, ihnen ein Medikament geben oder eine W\u00e4rmflasche. All das spendet ihnen Trost, aber was am wichtigsten ist, ist unsere Anwesenheit. Meistens, vor allem bei den Kleinsten, reicht es schon aus, bei ihnen zu bleiben, um sie zu beruhigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Intimit\u00e4t kommt auch bei Fragen zu k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen zum Tragen, wobei dieser Austausch einen wichtigen Raum f\u00fcr den Dialog schafft. \u201eDie Kinder fragen uns manchmal nach ihren Operationsnarben, wie Eni-Ola, die wissen wollte, ob sie diese f\u00fcr immer behalten w\u00fcrde. Wir erkl\u00e4ren ihnen, dass sie damit aufwachsen werden, dass diese Spuren ein Leben lang bleiben\u201c, f\u00fcgt St\u00e9cy hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBindung ist ein Grundbed\u00fcrfnis des Kindes, unverzichtbar f\u00fcr seine Entwicklung. Vor dem Hintergrund der tempor\u00e4ren Trennung von seiner Familie, seiner Kultur und allem, was sein Alltagsuniversum ausmacht, sind die Vertrauensbeziehungen, die es zu uns aufbaut, entscheidend\u201c, betont Elo\u00efse. Doch diese emotionale N\u00e4he muss mit grosser professioneller Sorgfalt gehandhabt werden. \u201eSie entsteht gemeinsam mit dem Kind, indem wir ihm klarmachen, dass unsere Begleitung zeitlich begrenzt ist, n\u00e4mlich auf die Dauer seines Aufenthalts. Es geht darum, das Kind zu unterst\u00fctzen, ohne die anderen wichtigen Bezugspersonen in seinem Leben zu ersetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong>\u201eMittlerweile Oluyomi spricht. Und sie kann essen, obwohl sie das zuvor nie konnte.\u201c<\/strong><br><br><em>St\u00e9cy Robert, Krankenschwester<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-sich-darauf-vorbereiten-auf-wiedersehen-zu-sagen\">Sich darauf vorbereiten, \u201eAuf Wiedersehen\u201c zu sagen<\/h2>\n\n\n\n<p>Sich der Vorl\u00e4ufigkeit der Beziehung bewusst zu sein, bereitet auch auf die Trennung vor, wie St\u00e9cy erkl\u00e4rt. \u201eDie Kinder kehren in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcck, und man muss die Dinge relativieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Eni-Ola ist dieser Schritt umso sehnlicher, als sie k\u00fcrzlich einen kleinen Bruder bekommen hat. \u201eSie sagt uns, dass sie es kaum erwarten kann, ihn kennenzulernen. Es wird ihr wahrscheinlich relativ leicht fallen, abzureisen, auch wenn es f\u00fcr die meisten Kinder in diesem Moment immer eine Mischung aus Freude und Wehmut ist\u201c, erg\u00e4nzt St\u00e9cy.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Team entwickelt Strategien im Vorfeld dieses \u00dcbergangs, insbesondere bei l\u00e4ngeren Aufenthalten. \u201eWir bereiten die Abreise vor, indem wir gemeinsam mit dem Kind die verbleibenden N\u00e4chte z\u00e4hlen, damit es begreift, dass es nach Hause geht\u201c, erkl\u00e4rt Elo\u00efse. \u201eWenn m\u00f6glich, bleiben wir w\u00e4hrend des gesamten Aufenthalts des Kindes mit der Familie in Kontakt. Bei Eni-Ola zum Beispiel telefonieren wir regelm\u00e4ssig per Video mit ihren Eltern, was ideal ist, damit sie ihre Bezugspunkte beh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Zuneigung erlebt das Team die Trennung positiv. \u201eEs ist ein Erfolg, weil wir es geschafft haben, dem Kind ein besseres Leben zu bieten\u201c, bekr\u00e4ftigt St\u00e9cy. Bei Oluyomi ist der zur\u00fcckgelegte Weg besonders beeindruckend. \u201eMittlerweile spricht sie. Sie hat keine \u00d6sophagostomie mehr, also kein Loch im Hals, das angelegt wurde, damit ihr Speichel abfliessen kann. Und sie kann essen, obwohl sie das zuvor nie konnte. Die Entscheidung ihrer Eltern, sie alleine gehen zu lassen, war nicht umsonst\u201c, stellt die Krankenschwester zufrieden fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Oluyomi und Eni-Ola werden sich somit nach ihrer R\u00fcckkehr nach Benin normal ern\u00e4hren k\u00f6nnen. Die \u00c4ltere spielt gerne mit dem Spielzeug-K\u00fcchenset und backt Kuchen f\u00fcr Eni-Ola. Letztere ist ihrerseits ganz verr\u00fcckt nach Brotscheiben mit Erdnussbutter. \u201eIch esse sie dreimal am Tag. Morgens, zum Nachmittagssnack und abends\u201c, sagt sie verschmitzt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-768x1024.jpg\" alt=\"Ein Jahr lang durchliefen Oluyomi und Eni-Ola einen \u00e4hnlichen Weg, um wieder normal essen zu k\u00f6nnen, umgeben von der F\u00fcrsorge des Personals von La Maison.\" class=\"wp-image-13399\" style=\"width:530px\" srcset=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.tdh-valais.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/j183-pour-site_eni-ola-et-oluyomi-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><em>Ein Jahr lang durchliefen Oluyomi und Eni-Ola einen \u00e4hnlichen Weg, um wieder normal essen zu k\u00f6nnen, umgeben von der F\u00fcrsorge des Personals von La Maison<\/em><\/em>.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" id=\"h-zum-zeitpunkt-der-abreise\">Zum Zeitpunkt der Abreise<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Abfl\u00fcge finden oft im Morgengrauen statt, zwischen sechs und sieben Uhr oder noch fr\u00fcher, je nach Flugplan nach Genf. Diese ruhigen Stunden haben etwas Besonderes an sich. \u201eManchmal sind die Kinder noch ein bisschen schl\u00e4frig. Sie sind die Einzigen, die auf sind, oder zu zweit oder zu dritt, wenn sie in einer kleinen Gruppe abreisen. So k\u00f6nnen wir noch ein paar letzte Momente miteinander teilen, bevor sie gehen\u201c, fasst Aur\u00e9lie zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNat\u00fcrlich zieht es uns ein bisschen das Herz zusammen\u201c, gibt die Nachtw\u00e4chterin zu. \u201eAber wir freuen uns so sehr f\u00fcr sie. Sie sind versorgt und werden zu ihren Familien zur\u00fcckkehren. Ich empfinde das nicht als traurig, sondern eher als ein Gef\u00fchl der Hoffnung f\u00fcr ihre Zukunft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ihrer Erfahrung nach reagieren die Kinder im Allgemeinen sehr gut auf diese Ver\u00e4nderung. \u201eDas p\u00e4dagogische Team berichtet uns oft, dass es f\u00fcr das Kind schwierig war, sich von den Erziehern und seinen Freunden zu verabschieden, vor allem nach einem langen Aufenthalt. Aber morgens, wenn es sich bereit macht f\u00fcr die Abreise, sp\u00fcrt man eine echte Vorfreude auf die R\u00fcckkehr\u201c, bemerkt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Elo\u00efse ist die Entlassung der H\u00f6hepunkt eines langen Weges zur Genesung. \u201eEs ist wunderbar, sie nach all den durchlebten Pr\u00fcfungen so voller Energie zu sehen. Sie rennen, spielen und blicken voller Begeisterung in die Zukunft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><strong>An diesem Ort, an dem Zuwendung und F\u00fcrsorge Hand in Hand gehen, stehen Oluyomi und Eni-Ola stellvertretend f\u00fcr jene Kinder, die fern ihrer Heimat und ihrer Familien Trost und Geborgenheit in den H\u00e4nden und Worten des Teams von La Maison finden. Ihre Geschichte zeugt vom empfindlichen Gleichgewicht zwischen der f\u00fcr die kindliche Entwicklung notwendigen Bindung und der gesunden Distanz, die es erm\u00f6glicht, die Trennung gelassen vorzubereiten. Ein Gleichgewicht, das jeden Abschied nicht zu einem Ende, sondern zu einem gemeinsamen Erfolg macht, der durch eine aussergew\u00f6hnliche Solidarit\u00e4tskette erm\u00f6glicht wird<\/strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-fill\"><a class=\"wp-block-button__link has-background has-text-align-center wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.tdh-valais.ch\/de\/eine-spende-machen\/\" style=\"background-color:#f49600\">Den Kindern von La Maison helfen<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oluyomi et Eni-Ola ont quitt\u00e9 leur famille pour un long combat : pouvoir manger normalement malgr\u00e9 une grave pathologie \u00e0 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